Welt-AIDS-Tag
Jedes Jahr am 1. Dezember findet der Welt-AIDS-Tag statt. Weltweit erinnern verschiedenste Organisationen an HIV und AIDS und rufen dazu auf, Solidarität und Toleranz mit den Betroffenen zu zeigen. Ziel des Aktionstages ist es, über HIV und AIDS zu informieren, auf die Gefahren und Übertragungsmöglichkeiten hinzuweisen und finanzielle Mittel für die Forschung zu mobilisieren. Zudem soll er das Bewusstsein dafür schärfen, dass diese Infektionskrankheit weiterhin präsent ist: Pro Jahr infizieren sich noch immer ca. 1,5 Millionen Menschen neu, darunter etwa 150.000 Kinder (Stand: 2020).8
Geschichte
Während der Welt-AIDS-Tag in seinen Anfängen immer unter einem bestimmten Motto stand, wurde diese Tradition zwar beibehalten, doch heute rücken vor allem Aufklärung, politische Forderungen und Solidarität in den Mittelpunkt. Auf der ganzen Welt erinnern Organisationen und Vereine an die Gefahren von AIDS und rufen zu Solidarität mit Betroffenen auf – vor allem mit HIV-infizierten Menschen aus ärmeren Ländern, die etwa in ihre Herkunftsstaaten abgeschoben werden und dort aufgrund fehlender medizinischer Versorgung oft nicht die lebensnotwendige Therapie erhalten.
1988 wurde der Welt-AIDS-Tag erstmals von der WHO ausgerufen. Seit 1996 wird er durch die UNAIDS organisiert und steht jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Von 2005 bis 2010 hieß dieses beispielsweise „Stop AIDS: Keep the Promise“, um an das 2001 gegebene Versprechen zu erinnern, gemeinsam national und international gegen AIDS und HIV vorzugehen. 2015 und 2016 fand der Welt-AIDS-Tag unter dem Slogan "Positiv zusammen leben" statt. Mit bunten Plakaten, auf denen Sprüche wie "Würdest du jemanden mit HIV küssen? – Klar, wenn er mein Typ ist!" stehen, schafften die Organisator*innen Toleranz und regten zum Nachdenken an.1
Welt-AIDS-Tag in Österreich
Laut der Österreichischen Aids Gesellschaft leben in Österreich zwischen 8.000 und 9.000 HIV-infizierte Personen. Diese Zahl inkludiert bereits die geschätzte Dunkelziffer.7 Seit Anfang der 2000er-Jahre werden in Österreich jährlich ca. 300 bis 500 Neuinfektionen verzeichnet.9 Dass diese Zahlen nicht höher sind, ist mitunter dem Verdienst der AIDS-Hilfen Österreich2 geschuldet, die auch abseits des Welt-AIDS-Tages Aufklärung betreiben und Aktionen durchführen. Rund um den 1. Dezember gibt es jedoch verstärkt Angebote. So können etwa vielerorts gratis HIV-Tests in Anspruch genommen werden.6
Brauchtum
Organisationen bieten im Rahmen unterschiedlicher Aktionen kostenlose Aufklärung und eine entsprechende mediale Aufbereitung soll das Thema AIDS wieder ins allgemeine Bewusstsein rufen. Zwar geht die Zahl der Neuansteckungen weltweit kontinuierlich zurück, doch es gibt trotzdem Kritik: In Europa werden HIV-Diagnosen oft zu spät gestellt. Im Jahr 2024 wurden europaweit 24 % aller Neuerkrankungen so spät erkannt, dass eine optimale Behandlung nicht mehr gewährleistet werden konnte.3
Organisationen und Veranstaltungen, so auch der Life Ball4, sollten das mangelnde Bewusstsein für die Krankheit wieder wecken und auf unterschiedliche Ansteckungsmöglichkeiten hinweisen. 2019 gab Gery Keszler jedoch das Aus für den Life Ball bekannt, der bis dahin ab dem Jahr 1993 jährlich stattgefunden hatte.4,5
Events und Aktionen für das gesamte österreichische Bundesgebiet werden auf der Website der Aids Hilfe Wien aufgelistet.
Weiterführende Links
- Die AIDS-Hilfe Österreichs (aidshilfen.at)
- Welt-Aids-Tag (facebook.com)
- Aids Hilfe Wien (aids.at)
Ähnliche Feiertage
- Zero Discrimination Day
- Weltblutspendetag
- Weltgesundheitstag
- Tag für Frauengesundheit
- Welthurentag
- Weltkrebstag
- Weltdiabetestag
- Welt-Hämophilie-Tag
Quellen
- Welt-AIDS-Tag (wikipedia.org)
- Die Aidshilfen Österreichs (aidshilfen.at)
- HIV-Infektionen werden in Europa oft erst spät erkannt (orf.at)
- Life Ball | Fighting Aids & Celebrating Life (lifeball.org)
- Life Ball (wikipedia.org)
- Statistik ÖAG (aidsgesellschaft.at)
- Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag (aids.at)
- RKI-Ratgeber – HIV-Infektion/AIDS (rki.de)
- HIV/AIDS (sozialministerium.gv.at)