Europäischer Datenschutztag

    Datenschutz geht uns alle etwas an. Er steht für das Recht, dass jeder Mensch selbst darüber entscheiden darf, wem persönliche Daten zugänglich sein dürfen. Der Europäische Datenschutztag ist eine vom Europarat ins Leben gerufene Initiative für den Datenschutz und wird seit 2007 jährlich am 28. Jänner begangen.

    Geschichte

    Seit 2007 wird der Europäische Datenschutztag jährlich am 28. Jänner begangen. Das Datum wurde nicht zufällig gewählt, denn am 28. Jänner 1981 wurde die europäische Datenschutzkonvention1 unterschrieben und trat am 1. Oktober 1985 in Kraft. Damit verpflichten sich Staaten, die Grundfreiheiten und Rechte, insbesondere bei der automatisierten Datenverarbeitung, zu gewährleisten. 2008 schlossen sich Kanada und die Vereinigte Staaten der Initiative an und begehen den "Data Privacy Day".

    Ziel des Aktionstages ist es, Menschen für den Datenschutz zu sensibilisieren und dem "gläsernen Menschen" entgegenzuwirken. Eine Neuerung im Datenschutzgesetz setzt damit einen Schritt in die richtige Richtung.

    Der Datenschutzaktivist Max Schrems erstritt 2015 ein Urteil zur unzulässigen Weiterleitung von Personendaten von Facebook an die USA. Durch die neue Datenschutzverordnung sollen solche Fälle künftig nicht mehr möglich sein.2

    Brauchtum

    Veranstaltungen und Workshops setzen sich mit dem Thema Datenschutz auseinander und zeigen auf, wie sich jeder einzelne vor Datenmissbrauch schützen kann.

    Am 23. Februar 2017 fand eine gemeinsame Veranstaltung der Datenschutzbehörde und dem Datenschutzrat statt mit dem Titel "Das neue Datenschutzrecht in der Europäischen Union".3

    Das neue Datenschutzgesetz

    Am 7. Juni wurde im Ministerrat das neue Datenschutzgesetz beschlossen, das Strafen für Unternehmen vorsieht, die sich nicht an die neuen Richtlinien halten. Von Millionenstrafen ist dabei die Rede.4 Das neue Datenschutzrecht tritt am 25. Mai 2018 in Kraft und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Es wird damit (endlich) eine 20 Jahre alte Datenschutzrichtlinie abgelöst und damit ein neues Niveau an Datensicherheit gebracht.5, 6

    Ziel ist es, dass allen Bürgern in der EU gleiche Rechte beim Datenschutz gewährt werden. Bisher hat jedes Land die Richtlinien zum Datenschutz anders umgesetzt. Viele Unternehmen suchten sich daher Standorte mit einem niedrigen Datenschutz-Niveau (wie etwa Facebook in Irland). Nun sollen dieselben Spielregeln für alle gelten. Selbst Firmen außerhalb Europas müssen diese einhalten, wenn sie Dienstleistungen in der EU anbieten.

    Was bringt die neue Verordnung?
    • Persönliche Daten werden besser geschützt
    • Nutzer müssen freiwillig und wissentlich zustimmen, dass sie mit der Datenverarbeitung einverstanden sind oder diese ablehnen
    • Unternehmen benötigen Datenvisitenkarten, alle Datenflüsse erfassen und dokumentieren7

    Aktuelles

    Am europäischen Datenschutztag 2018 ist wieder die Teilnahme an einer Umfrage zum Thema Datenschutz möglich.8
    Das Thema "Software-Schwachstellen" wird im Jahre 2018 eines der zentralen Punkte im Bereich des Datenschutzes sein, denn 2017 erreichten die weltweit registrierten Sicherheitslücken einen Höchststand. Innerhalb von 12 Monaten wurden etwa 11.003 Meldungen registriert.9

    Ähnliche Feiertage

    Quellen

    1. Europäische Datenschutzkonvention (coe.int)
    2. Erfolg für Max Schrems: Facebook-Datentransfer könnte gegen EU-Recht verstoßen (derstandard.at)
    3. 11. Datenschutztag (bundeskanzleramt.gv.at)
    4. Neues Datenschutzgesetz droht Unternehmen mit Millionenstrafen (derstandard.at)
    5. Neuer Datenschutz verschlingt Budget (wienerzeitung.at)
    6. "Der neue Datenschutz wird die Welt verändern" (nachrichten.at)
    7. Damoklesschwert Datenschutz (nachrichten.at)
    8. Datenschutztag 2018 (datenschutztag.org)
    9. Europäischer Datenschutztag am 28. Januar: Anzahl entdeckter Software-Schwachstellen erreicht 2017 Rekordwert (ots.at)