Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl

    Der 26. April ist der Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl, die sich 1986 ereignete. Der Tag dient dazu, an die Notwendigkeit des Selbstschutzes vor atomaren Gefahren zu erinnern.1

    Geschichte

    1986 ereignete sich am 26. April im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine die Katastrophe in Folge einer Kernschmelze und Explosion im Block 4. Bis heute zählt dieser Unfall als die schlimmste nukleare Havarie und die größte Umweltkatastrophe aller Zeiten und auf der siebenskaligen internationalen Bewertungsskala als katastrophaler Unfall eingeordnet.

    Aber wie kam es zu? Der Unfall ereignete sich während einer geplanten Simulation eines Stromausfalls. Schwerwiegende Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften und bauartbedinge Eigenschaften führten zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg innerhalb von Sekundenbruchteilen auf das Hundertfache des Nennwertes. Schließlich kam es zur ersten Explosion des Reaktors, die eine Kettenreaktion auslöste und zu einer zweiten Explosion führte. Dies führte zum Abheben des Deckels des Reaktorkerns und zerstörte das Dach, sodass direkte Verbindung zur Atmosphäre entstand. 250 Tonnen Graphit verbrannten in den folgenden Tagen.
    Österreich zählte zu den stärksten betroffenen Gebieten Westeuropas. Von den insgesamt 70 PBq freigesetzten Radiocäsiums wurden 1,6 PBq, also 2%, in Österreich deponiert.2

    Bis heute sind die Auswirkungen der Katastrophe deutlich zu spüren. So muss z. B. geschossenes Wild noch heute verpflichtend auf Strahlenbelastung getestet werden und auch das Sammeln von Pilzen ist in einigen Landstrichen ohne genauere Kenntnis nicht zu empfehlen. In Oberösterreich weisen aktuelle Messdaten eine Bodenkontamination von Cäsium 137 auf.2 Bis heute umgibt eine 30 km breite Sperrzone das Kernkraftwerk in Tschernobyl. Seit 2000 ist das AKW geschlossen.

    Zehntausende Menschen kostete dieser Unfall und die Folgen das Leben, alleine in der Ukraine wurde die Zahl der Strahlenkranken auf etwa 3,3 Millionen geschätzt, davon mehr als die Hälfte Kinder.3
    Seit dem Unfall ist einiges geschehen und auf politischer Ebene bereits gelungen, wie etwa der deutsche Atomausstieg – ein europaweiter Atomausstieg wäre das Ziel.

    Brauchtum

    In Österreichs Nachbarstaaten stehen zahlreiche Kernkraftwerke, die immer älter und damit auch gefährlicher werden. Zwar können Schutzmaßnahmen Katastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima nicht ungeschehen machen, aber die Folgen verringern, nämlich durch Information, Bevorratung und bauliche Maßnahmen.1

    Quellen

    1. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl (zivilschutz-ooe.at)
    2. Geschichte der Katastrophe (anschober.at)
    3. Folgen des AKW-Unfalls (siz.cc)