Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

    Der 6. Februar ist der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung. Ausgerufen wurde er von dem "Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children" (IAC) im Jahr 2003.1

    Geschichte

    Stella Obasanjo hat dieses Datum 2003 ausgerufen. Die UN-Menschenrechtskommission hat ihn zum internationalen Gedenktag erklärt.2 Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung in vielen Staaten eine Straftat ist, liegt die Rate in vielen Gebieten wie West- und Ostafrika bei 100 Prozent.

    Seit 1991 wird von der Weltgesundheitsorganisation statt dem Begriff der "weiblichen Beschneidung", die mit der Beschneidung von Männern aus religiösen oder hygienischen Gründen in Verbindung gebracht wird, der Terminus "Verstümmelung" verwendet, um der Intensität dieses Eingriffs Ausdruck zu verleihen.

    Nicht nur lebenslange Beschwerden, sondern auch Todesfälle sind nicht selten. Der Eingriff sieht die Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane vor und wird unter katastrophalen hygienischen Bedingungen durchgeführt. Die Unterteilung des Eingriffs erfolgt in vier Grade.2

    In Österreich setzt sich die "Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (stopFGM)" gegen die Genitalverstümmelung von Frauen ein. Schätzungen der UNICEF zufolge sind mehr als 200 Millionen Frauen betroffen. Die meisten Frauen leben in Indonesien, Ägypten und Äthiopien. In Österreich sind bis zu 8.000 Frauen und Mädchen betroffen. Täglich trifft es fast 5.500 Frauen, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegt.3

    Die bekannteste Betroffene ist wohl UN-Sonderbotschafterin, Supermodel und Bestseller-Autorin "Waris Dirie", die 2002 die "Desert Flower Foundation" (das 1998 veröffentlichte gleichnamige Buch "Wüstenblume", in dem sie über ihre Beschneidung schreibt, wurde ein Bestseller und erhielt mehrere Auszeichnungen ) gründete. Alle 11 Sekunden wird auf dieser Welt ein Mädchen beschnitten, etwa jede dritte stirbt an den Folgen. Unter dem Motto "Rettet eine kleine Wüstenblume" sammelt die Foundation Patenschaften und Spenden, um Mädchen vor diesem Eingriff zu bewahren.4

    Die UN fordert eine Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung. Es handelt sich dabei um eine Verletzung der Menschenrechte, die schwere körperliche und seelische Folgen und Schäden hat.5

    Brauchtum

    Unter dem Hashtag #EndFGM kann jeder ein Zeichen der Solidarität setzen und durch Spenden die verschiedensten Projekte unterstützen. Gewalt an Frauen, in welcher Form auch immer, darf niemals toleriert werden!

    Quelle

    1. 6. Februar: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (frauenbeauftragte.org)
    2. 6. Februar: Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (religion.orf.at)
    3. Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (stopfgm.net)
    4. International Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (desertflowerfoundation.org)
    5. Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (unwomen-nc.at)