Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

    Der 6. Februar ist der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung. Ausgerufen wurde er vom "Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children" (IAC) im Jahr 2003.1

    Geschichte

    Die UN-Menschenrechtskommission hat den 6. Februar im Jahr 2004 zum internationalen Gedenktag gegen weibliche Genitalverstümmelung erklärt, nachdem Stella Obasanjo – die mittlerweile verstorbene Ehefrau des damaligen Präsidenten von Nigeria – das Datum ausgerufen hatte.2 Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung in vielen Staaten eine Straftat ist, werden in einigen Ländern nach wie vor extrem viele Frauen Opfer dieser Praktik. In Somalia sind es etwa 98 % der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren3, in Guinea ca. 95 %.4

    Seit 1991 wird von der Weltgesundheitsorganisation statt dem Begriff der "weiblichen Beschneidung", die mit der Beschneidung von Männern aus religiösen oder hygienischen Gründen in Verbindung gebracht wird, der Terminus "Verstümmelung" verwendet, um der Intensität dieses Eingriffs Ausdruck zu verleihen.

    Die weibliche Genitalverstümmlung bedeutet für Betroffene nicht nur lebenslange Beschwerden, sondern auch Todesfälle sind nicht selten. Der Eingriff sieht die Entfernung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane vor und wird unter katastrophalen hygienischen Bedingungen durchgeführt.2

    Schätzungen der UNICEF zufolge sind mehr als 230 Millionen Frauen (Stand: 2024) Überlebende von Genitalverstümmelung. Die meisten von ihnen leben in afrikanischen Ländern.9

    In Österreichen sind laut einer nationalen Studie aus 2024 um die 11.000 Frauen und Mädchen betroffen.10 Die "Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (stopFGM)" setzt sich gegen die Genitalverstümmelung von Frauen ein.5

    Die bekannteste Betroffene ist wohl UN-Sonderbotschafterin, Supermodel und Bestseller-Autorin Waris Dirie, die 2002 die "Desert Flower Foundation" gründete. 1998 wurde das namensgebende Buch "Wüstenblume" (engl. "Desert Flower"), in dem sie über ihre Beschneidung schreibt, veröffentlicht. Es wurde ein Bestseller und erhielt mehrere Auszeichnungen. Unter dem Motto "Rettet eine kleine Wüstenblume" sammelt die Foundation Patenschaften und Spenden, um Mädchen vor der Genitalverstümmelung zu bewahren.6,8

    Die UNICEF fordert eine Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung. Es handelt sich dabei um eine Verletzung der Menschenrechte, die schwere körperliche und seelische Folgen und Schäden hat.7

    Brauchtum

    Unter dem Hashtag #EndFGM kann jede:r in den sozialen Medien ein Zeichen der Solidarität setzen. Durch Spenden ist es außerdem möglich, die verschiedenen Projekte zu unterstützen.

    Ähnliche Feiertage

    Quellen

    1. 6. Februar: Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (frauenbeauftragte.org)
    2. 6. Februar: Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (religion.orf.at)
    3. Weibliche Genitalverstümmelung (plan-international.at)
    4. Projekt: Mädchen vor Beschneidung schützen (plan-international.at)
    5. Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (stopfgm.net)
    6. International Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (desertflowerfoundation.org)
    7. Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (unicef.at)
    8. „Auch in Österreich ein Problem“: Kämpferin für Rechte von Mädchen (diepresse.com)
    9. Weltfrauentag: Über 230 Millionen Mädchen und Frauen sind Überlebende von Genitalverstümmelung (unicef.de)
    10. Abschlussbericht der Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung veröffentlicht (bundeskanzleramt.gv.at)