Tag des Stotterns

    Wann

    Jedes Jahr wird am 22. Oktober der Welttag des Stotterns gefeiert. An diesem Tag rücken die tagtäglich zu überwindenden Probleme stotternder Mitmenschen, die ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, in den medialen und gesellschaftlichen Fokus. Nationale Organisationen machen an diesem Tag mit Aktionen, Veranstaltungen und Events auf die Problematik Stottern aufmerksam.1

    Geschichte

    1998 wurde der Aktionstag von vier internationalen Stotter-Organisationen ins Leben gerufen, um die Bevölkerung auf die Schwierigkeiten und Probleme stotternder Menschen im Alltag aufmerksam zu machen. Neben der Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für diese relativ häufig vorkommende Sprachstörung steht die Beseitigung der Vorurteile durch harte Fakten am Welttag des Stotterns im Vordergrund. Denn trotz der relativ häufigen Verbreitung, laut Statistik sollen in Österreich bis zu 80.000 Personen betroffen sein, werden Stotternde oft diskriminiert, ausgelacht und mit geringem geistigem Leistungsvermögen gleichgesetzt.2

    Brauchtum

    Das Zeichen für den Welttag des Stotterns ist der "Stuttering Awareness Ribbon", eine blau-grünes Band, das zu einer Schleife gelegt wird.3 Die meergrüne Farbe symbolisiert dabei die Beruhigung und Befreiung, die der Stotternde erfährt, wenn ihm mit Verständnis begegnet wird. Das Motto wird jedes Jahr neu ausgerufen, dient aber stets der Bewusstseinsbildung und dem Empowerment der stotternden Menschen.

    An diesem Tag halten Selbsthilfegruppen, nationale Verbände, aber auch Einzelpersonen, wie Therapeuten, Logopäden und Lehrer, Workshops ab, leiten Seminare oder bieten Vorträge zum Umgang mit der Sprachstörung an.4

    Trivia

    Durch den 2010 erschienenen Film "The King's Speech"5 und die darauffolgende Oscarprämierung des Hauptdarstellers Colin Firth erhielt die Thematik des Stotterns mediale Aufmerksamkeit. Das Werk beschreibt die Sprachprobleme des englischen Königs George VI. und lenkt den Blick auf einen bestimmten Therapieansatz.

    Zu den berühmten Stars, die stottern, gehören: Marylin Monroe, Samuel L. Jackson, Bruce Willis und „Mr. Bean“ Rowan Atkinson. Auch der eloquente britische Politiker Winston Churchill stotterte.6

    Beim Stottern handelt es sich entgegen dem Vorurteil um keine psychische Erkrankung, die aufgrund von Angst, Nervosität oder anderen negativen Emotionen auftritt. Das Stottern ist eine körperlich bedingte Sprechbehinderung.7

    Weiterführende Informationen

    Quellen

    1. Geschichte Welttag des Stotterns (meinbezirk.at)
    2. 22. Oktober - ein Tag - ein Thema (bvss.de)
    3. Stuttering Awareness Ribbon (oesis.at)
    4. Seminare und Workshops (sprecherei.at)
    5. The King's Speech - ein Film über die Sprachprobleme des englischen Königs George VI. (orf.at)
    6. Stars mit Sprachfehler (miss.at)
    7. Stottern ist keine psychische Erkrankung (gesund.at)