Sprich-wie-ein-Pirat-Tag

    Der vor allem durch die Netzkultur heute weit verbreitete Sprich-wie-ein-Pirat-Tag (engl. "International Talk Like A Pirate Day") findet seit 1995 jedes Jahr am 19. September statt.

    Geschichte

    Ins Leben gerufen wurde der International Talk Like A Pirate Day von John Baur und Mark Summers. Am 6. Juni 1995 begann einer der beiden, während einer Partie Racquetball aus einer Laune heraus im Piratenslang auf den Verlauf des Spiels zu reagieren und der andere sprang rasch darauf an und stieg mit ein. Nach dem Ende des Spiels realisierten die beiden, dass wie ein Pirat zu sprechen das Spiel unterhaltsamer gemacht hatte und kamen zu dem Schluss, dass es eigentlich einen Tag im Jahr geben müsse, an dem man wie ein Pirat spräche. Da der 6. Juni als Jährung des D-Day (Angriff der West-Alliierten auf die Normandie während des Zweiten Weltkriegs und neben Stalingrad der entscheidendste Wendepunkt im Kriegsverlauf) bereits vergeben war, einigten sich Baur und Summers auf den 19. September, den Geburtstag von Summers Ex-Frau und deshalb das einzige Datum, das Summers einfiel und nicht bereits ein Gedenk- oder Feiertag war.

    Sieben Jahre lang begingen die beiden Freunde den Sprich-wie-ein-Pirat-Tag alleine mit ihrem Freund Brian Rhodes, ohne den sie den Plan, am 19. September 1995 den ersten Talk Like A Pirate Day zu zelebrieren, wohl wieder vergessen hätten. 2002 fiel Baur dann die E-Mail-Adresse des Pulitzer-Preisträgers und Humoristen Dave Barry, den er und Summers einst als den optimalen Wortführer und Repräsentanten ihrer Bewegung auserkoren hatten, in die Hände. Zur Überraschung der beiden Teilzeitpiraten erhielten sie binnen weniger Tage eine Antwort von Barry, dem die Idee so gut gefiel, dass er dem Talk Like A Pirate Day noch im September des selben Jahres einen Artikel seiner Kolumne widmete.1

    Brauchtum

    Der Name des Tages verrät auch schon den wesentlichen Kern seines Brauchtums: Statt mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßt man sich etwa mit einem grimmigen „Arrr! Ahoi, ihr Landratten!“ und bindet auch sonst möglichst viele eher Klischees entstammende Begriffe und Wendungen einer vermeintlichen Piratensprache ein.2 Ein ganzes Wörterbuch „piratiger“ Wendungen in deutscher Sprache findet sich auf der Seite des Woffelsbacher Piratenpacks.3

    Natürlich muss man bei der Sprache nicht Halt machen und so feiern viele den Tag auch, indem sie sich als Pirat kostümieren.

    Wer diesen Tag gerne mit Familie und Kindern verbringen möchte, findet mit dem Erlebnisbad Aquapulco-Piratenwelt in Bad Schallerbach (Oberösterreich) eine passende Möglichkeit.4

    Der Internationale Sprich-wie-ein-Pirat-Tag ist aber auch ein religiöser Feier- und Gedenktag des Pastafarianismus, einer Religion, die ebenso wenig ernst zu nehmen ist wie der Sprich-wie-ein-Pirat-Tag.5

    Kein Spaßprojekt hingegen ist die österreichische Piratenpartei6, die sich wie ihre internationalen Pendants als Partei der Informationsgesellschaft versteht. In welcher Weise dort der Sprich-wie-ein-Pirat-Tag zelebriert wird, bleibt zu vermuten.

    Quellen

    1. International Talk Like A Pirate Day - How It All Began (talklikeapirate.com)
    2. Sprich-wie-ein-Pirat-Tag: Aus Spaß wurde "Feiertag" (nachrichten.at)
    3. Piratensprache (woffelsbacher-piratenpack.jimdo.com)
    4. Aquapulco - Piratenwelt (piratenwelt.at)
    5. Fliegendes Spaghettimonster (wikipedia.org)
    6. Piratenpartei Österreichs (piratenpartei.at)