Valentinstag

    Am 14. Februar stehen alle Zeichen auf Liebe, denn an diesem Tag wird der in vielen Teilen der Welt verbreitete Valentinstag gefeiert.

    Geschichte

    Auch wenn manchmal gemurmelt wird, der Valentinstag sei eine moderne Erfindung des Blumenhandels – seine Wurzeln reichen tatsächlich weit zurück. Ab Ende des 5. Jahrhunderts (und bis 1969) war der 14. Februar ein Gedenktag an den heiligen Valentin aus Rom. Valentin lebte im 3. Jahrhundert und traute Liebespaare nach christlichem Ritus, obwohl das damals verboten war.1

    Erst im Mittelalter wurde es üblich, den Valentinstag im romantischen Sinne zu zelebrieren. Dazu wurden in höfischen Kreisen dem bzw. der Begehrten poetische Zeilen gewidmet. In England breitete sich diese Brauch schließlich weiter aus. Dort war es im 19. Jahrhundert bereits Gang und Gäbe, Valentinskarten mit Liebesbotschaften per Post zu verschicken. Wenig später wird es außerdem üblich, zum Valentinstag Schokolade zu verschenken.6

    In deutschsprachigen Gebieten entwickelt sich der Valentinstag ab Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem festen Bestandteil des allgemeinen Lebens. Nachdem der Brauch von englischen Auswanderern in die USA gebracht worden war, wurde er von US-amerikanischen Besatzungssoldaten in Deutschland bekannt gemacht. Ob er sich von dort nach Österreich ausbreitete oder – wie eine Legende es behauptet – durch einen britischen Besatzungssoldaten in Graz Bekanntheit erlangte, ist leider nicht eindeutig ermittelbar.6,7

    Brauchtum

    Im deutschen Sprachraum wurde der Valentinstag vor allem durch den Blumenhandel und der Süßwarenindustrie bekannt, die diesen Tag intensiv bewerben.

    Seit dem 15. Jahrhundert schenken sich Liebespaare in England Blumen oder Süßigkeiten, wobei die Paare einander teilweise durch Lose zugeordnet wurden. Diese Tradition beruht auf dem Gedicht von Geoffrey Chaucer „Parlament der Vögel“, in dem sich Vögel zu diesem Feiertag zu Paaren zusammenfinden.

    Neben dem Muttertag gehört der Valentinstag in Österreich zu den umsatzstärksten Tagen des Blumenhandels. Dabei kann das Tagesgeschäft bis zu zehn Mal höher ausfallen als sonst. Neben Rosen erfreuen sich aber auch farbenfrohe Topfpflanzen immer größerer Beliebtheit, z. B. Hyazinthen, Primeln, Narzissen oder Azaleen. Einer Studie von MAKAM Research2 zufolge verschenken 78 % der Niederösterreicher*innen zum Valentinstag Blumen, 25 % bevorzugen Süßigkeiten (Stand: 2014).3

    Die beliebtesten Geschenke zum Valentinstag sind neben Blumen und Süßigkeiten auch Schmuck und Karten. Durch intensive Bewerbung erleben diese Branchen einen großen Aufschwung, doch der Trend des Valentinstags wird ausgeweitet und immer wieder in neuen Werbemodellen (wie z. B. dem "Valentierstag"4) aufgegriffen, um dazu aufzurufen, nicht nur seinen menschlichen Zeitgenossen etwas Nettes zu schenken, sondern auch seinen treuen Vierbeinern mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

    Dass das Motiv des Schenkens manchmal auch fehlinterpretiert werden kann, zeigt eine Studie des Humaninstituts Vienna, im Rahmen derer 800 Österreicher*innen zur Bedeutung des Valentinstags befragt wurden. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass ihnen beim Schenken schon mal eine falsche Absicht unterstellt worden sei (an vorderster Stelle rangierte das schlechte Gewissen). Dass eine Unterstellung wie diese nicht von ungefähr kommt, bestätigen in etwa 59 % der Proband*innen, denen zufolge Gewissensbisse beim Schenken durchaus ein Motiv sein können.5

    Ähnliche Feiertage

    Quellen

    1. Das Fest der Liebenden: Woher kommt der Valentinstag? (br.de)
    2. MAKAM Research (makam.at)
    3. Valentinstag bleibt ein „Fest der Blumen“ (wirtschaftsbund.at)
    4. Valentierstag (katze-und-du.at)
    5. Valentinstag: Welches Motiv steckt hinter Präsent? (krone.at)
    6. Geschichte des Valentinstags: Von Märtyrern, Rittern und Blumen (geo.de)
    7. So kam der Valentinstag nach Österreich (news.at)