Welttag gegen Internetzensur

    Der Welttag gegen Zensur im Internet findet seit 2001 jährlich am 12. März statt und wurde von der NGO Reporter ohne Grenzen ins Leben gerufen. Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass Netzsperren unzureichend sind, denn der Zugang zu unpassenden Inhalten wird dadurch zwar erschwert, die Seiten bleiben jedoch bestehen.1

    Geschichte

    Weltweit setzt sich die nichtstaatliche Organisation Reporter ohne Grenzen gegen Zensur und für Informations-und Meinungsfreiheit im Internet ein. Der Grund: Immer mehr Staaten überwachen das Internet und die darin verbreiteten Informationen und unterdrücken dadurch den freien Informationsaustausch. Vor allem Nachrichten und Meinungsäußerungen sind von der Kontrolle betroffen – egal ob sie von Journalist*innen, Blogger*innen oder Influencer*innen stammen. Nicht selten begeben sich diese in große Gefahr, wenn sie sich krititsch zu Brennpunktthemen äußern und eine Meinung vertreten, die nicht der Vorstellung der Politik entspricht.

    Wie weit die Überwachung fortgeschritten ist, zeigt das Beispiel China: Dort ist es gelungen, sich vom globalen Netz zu trennen und ein nationales Intranet zu etablieren, das nahezu zur Gänze überwacht wird – damit sehen die Nutzer*innen auch nur jene Inhalte, die sie sehen dürfen und sind in der freien Informationsbeschaffung gehemmt. Nur Inhalte, die mit den eigenen Ideologien zusammenpassen, werden ausgespielt.

    Um diesem Vorhaben entgegenzuwirken, rief Reporter ohne Grenzen im Jahr 2001 den 12. März zum Welttag gegen Zensur im Internet aus.2

    Brauchtum

    Jedes Jahr setzt sich die Organisation dafür ein, zensierte Webseiten wieder zugänglich zu machen. Seit dem Beginn der Aktion #CollateralFreedom im Jahr 2015 wurde Millionen Menschen in 12 Ländern der Zugriff auf 22 Nachrichten- und Menschenrechtsportale wieder ermöglicht und damit die Möglichkeit, sich uneingeschränkt zu informieren.3 Um das angestrebte Ziel zu erreichen, werden mituntern kreative Pfade beschritten. 2018 etwa nutzte Reporter ohne Grenzen Musik als Träger von Schriften verbotener Texte und verbreitete diese mittels Streaming-Diensten.4

    Im Jahr 2020 eröffnete Reporter ohne Grenzen die sogenannte Uncensored Library – eine virtuelle Bibliothek innerhalb des sehr beliebten Computerspiels Minecraft. Da Inhalte innerhalb des Spiels nicht staatlich zensiert werden können und das Spiel fast überall verfügbar ist, dient es als Schlupfloch, um Menschen Artikel zur Verfügung zu stellen, die in ihren Heimatländern sonst nicht zugänglich wären. So können in der Uncensored Library etwa Artikel von Journalist*innen zu Russland, Ägypten, dem Iran und seit 2026 auch zu den USA gelesen werden.5

    Ähnliche Feiertage

    Quellen

    1. Internet-Zensur (ccc.de)
    2. Pressefreiheit im digitalen Zeitalter (reporter-ohne-grenzen.de)
    3. ROG entsperrt drei zensierte Onlinemedien (reporter-ohne-grenzen.de)
    4. Weitere Kampagnen (reporter-ohne-grenzen.de)
    5. Angriffe auf die Presse in den USA: neuer Raum in der Uncensored Library (reporter-ohne-grenzen.de)