Tag der Berge
Der Internationale Tag der Berge (engl. International Mountain Day), auch Welttag der Berge genannt, wird seit 2003 jährlich am 11. Dezember gefeiert und ist ein von den Vereinten Nationen eingeführter Aktionstag.
Geschichte
Der 11. Dezember wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Internationaler Tag der Berge festgelegt. Seit 2003 wird er jährlich an diesem Datum begangen. Ziel des Aktionstages ist es, auf die Bedeutung der Bergregionen aufmerksam zu machen und gleichzeitig ihre nachhaltige Entwicklung zu fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere folgende Aspekte:
- Schärfung des Bewusstsein für die Bedeutung der Berge und ihren Beitrag zum menschlichen Leben
- Aufzeigen der Herausforderungen und Möglichkeiten, die mit der Entwicklung der Bergregionen verbunden sind
- Aufbau von Partnerschaften, die weltweit positive Veränderungen für die Menschen in Bergregionen und für die Umwelt bewirken1
Brauchtum
Jedes Jahr steht der Internationale Tag der Berge unter einem anderen Motto. Nachfolgend ein Auszug1:
- 2026: Mountain pastoralists: Sustaining rangelands, knowledge and livelihoods
- 2025: Glaciers matter for water, food and livelihoods in mountains and beyond
- 2024: Mountain solutions for a sustainable future – innovation, adaptation and youth
- 2023: Restoring Mountain Ecosystems
- 2022: Women move mountains
- 2021: Sustainable mountain tourism
- 2020: Mountain biodiversity
- 2019: Mountains matter for Youth
- 2018: Mountains matter
- 2017: Mountain under Pressure: climate, hunger, migration
- 2016: Mountain Cultures: celebrating diversity and strengthening identity
- 2015: Promoting Mountain Products
- 2014: Mountain Farming
- 2013: Mountains: Key to a Sustainable Future
- 2012: Celebrate Mountain Life
- 2011: Mountains & Forests
- 2010: Mountain minorities and indigenous peoples
Warum ist dieser Aktionstag wichtig?
Bergregionen beeinflussen das menschliche Leben auf vielfältige Weise. Genauso vielfältig sind jedoch die Probleme, vor denen diese Regionen stehen – auch in Österreich, wo rund 60 % der Landesfläche von den Alpen bedeckt sind.2 Dazu gehören u.a.:
Abschmelzen der Gletscher
Der Klimawandel und die weltweit steigenden Temperaturen führen dazu, dass Gletscher immer schneller schmelzen. Bereits rund 600 Gletscher sind weltweit vollständig verschwunden und viele weitere sind durch die zunehmende Erwärmung ebenfalls bedroht.1 Gerade die Alpen sind besonders stark vom menschengemachten Klimawandel betroffen. Dort steigen die Temperaturen fast doppelt so schnell wie auf der restlichen Nordhalbkugel.3
Auch in Österreich lässt sich diese Entwicklung deutlich beobachten. Der Österreichische Alpenverein dokumentiert den Zustand der heimischen Gletscher bereits seit über 130 Jahren. Hierzulande gibt es ca. 800 Gletscher, von denen derzeit mehr als 90 regelmäßig beobachtet werden. Mit nur zwei Ausnahmen befinden sich alle der beobachteten Gletscher im Rückzug. Im Durchschnitt verlieren Österreichs Gletscher pro Jahr um die 20 Meter.4
Das Abschmelzen der Gletscher hat weitreichende Folgen. Dazu gehören unter anderem eine mögliche Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung sowie ein erhöhtes Risiko für Hangrutschungen und Felsstürze, da Eis und Permafrost als stabilisierende Faktoren für Felswände verloren gehen.2, 4
Veränderte Wasserverfügbarkeit
Neben Gletschern spielen auch schneebedeckte Berge eine wichtige Rolle für den Wasserkreislauf. Rund 70 % des globalen Süßwassers stammen aus Schmelzwasser. Dadurch sind etwa zwei Milliarden Menschen auf das Wasser angewiesen, das aus Bergregionen und Gletschern stammt.1
Da mittlerweile insgesamt weniger Schnee fällt und die Schneeschmelze zudem früher einsetzt, fehlt in Tälern und im Flachland im Sommer und Herbst ein beträchtlicher Teil des Wassers, das in der Vergangenheit als Schmelzwasser verfügbar war. Das kann u.a. dazu führen, dass Flüsse Niedrigwasser führen und der Grundwasserspiegel sinkt. Zusätzlich laufen Böden dadurch noch stärker Gefahr, auszutrocknen.5
Verbauung der Bergregionen
Laut WWF sind nur noch rund 7 % der Staatsfläche Österreichs weitgehend naturbelassene Landschaftsräume. Fast zwei Drittel davon liegen im alpinen Hochgebirge. Diese verbleibenden alpinen Freiräume ziehen jährlich Millionen von Tourist*innen an. Damit geht jedoch einher, dass immer mehr Infrastruktur – etwa Seilbahnen, Parkplätze, Skilifte und Hütten – gebaut wird.6
Ähnliche Feiertage
- Welt-Staudamm-Tag
- Tag des Waldes
- Tag des Baumes
- Tag der Parks
- Tag des Meeres
- Tag der Tropenwälder
- Tag der Erstbesteigung des Mount Everest
Quellen
- International Mountain Day (fao.org)
- Klimawandel in den Alpen: Österreichs Bergwelt schmilzt
- Klimawandel (alpconv.org)
- Alpenverein Gletschermonitor (alpenverein.at)
- Cryospheric change and its impact on water resources (unesco.org)
- Alpine Freiräume schützen und Natur bewahren (wwf.at)