Hebammentag

    Etwa 88.000 Kinder kommen jährlich in Österreich zur Welt.1 Jedes dieser Kinder wird durch eine Hebamme willkommen geheißen. Aber nicht erst bei der Geburt beginnt die Tätigkeit der Hebamme, sondern bereits in der Schwangerschaft vermittelt sie Sicherheit und beantwortet Fragen rund um die Schwangerschaft, die Geburt und das Stillen. In Österreich sind etwa 2.100 Hebammen tätig. Ihnen ist Internationale Hebammentag gewidmet, der seit 1991 jährlich am 5. Mai gefeiert wird.

    Geschichte

    Erstmals wurde 1987 die Idee zu einem Internationalen Hebammentag vorgestellt, ehe er 1991 durch den Internationalen Hebammenkongress ausgerufen wurde und findet seitdem jährlich statt. Mittlerweile nehmen 50 Länder am Internationalen Hebammentag teil und ehren damit die Arbeit und Bedeutung der Hebammen in der Geburtshilfe. Unter dem Motto "Die Welt braucht Hebammen mehr denn je" macht der Internationale Hebammenverband ICM (International Confederation of Midwives) auf den Hebammenmangel in vielen Ländern und dessen Auswirkungen aufmerksam.2

    Brauchtum

    Hebammen nutzen den Internationalen Hebammentag, um auf den Status ihres Berufszweiges aufmerksam zu machen. Besonders die schwierige berufliche Situation der freiberuflichen Hebammen durch die steigenden Kosten der verpflichtenden Berufshaftpflichtversicherung, aber auch der akute Hebammenmangel stehen im Mittelpunkt der Diskussion.

    Doch nicht nur auf Schwierigkeiten für diese Berufsgruppe wird aufmerksam gemacht, sondern auch die Bedeutung der Hebamme in der Schwangerschaftsvor- und -nachsorge wird untermauert: Sie sind es, die Frauen während der Schwangerschaft begleiten, mit ihrem Wissen Ängste nehmen, die Geburt begleiten, in den Wochen nach der Geburt als kompetente Ansprechperson zur Verfügung stehen und sich der Sorge und Fragen der jungen Familien annehmen.

    Aktuelles

    2016 warnt die Patientinanwältin vor einem Hebammenmangel - besonders Hebammen mit Kassenverträgen gäbe es viel zu wenig. Damit jedoch ein guter Start ins Leben beginnt, ist die Betreuung durch eine Hebamme wichtig. In manchen Wiener Bezirken gibt es nicht einmal eine Kassen-Hebamme. 3

    Auch 2017 herrscht Einigkeit: In Wien gibt es viel zu wenige Kassen-Hebammen. Den 18 Hebammen mit Kassenvertrag stehen 21.000 Geburten gegenüber. Wer also ambulant entbinden möchte und eine Kassen-Hebamme sucht, muss Glück haben und sich frühzeitig umschauen. Zwar hat jede Frau Anspruch auf eine Betreuung im Wochenbett, doch längst nicht jede hat die Möglichkeit, diese auch wahrzunehmen. 4

    Aber auch in Vorarlberg ist der Hebammenmangel Thema.5 10% der derzeit tätigen Hebammen gehen in den nächsten Jahren in Pension - Nachfolge gibt es keine und auch die Ausbildungsplätze reichen nicht.

    Zu Ostern 2017 sorgte eine Hebamme auf Facebook für Aufregung. Sie ermahnte Eltern: An Ostern bitte keine Kinder zeugen. 6 Kinder, die rund um Ostern gezeugt werden, hätten ihren Geburtstermin rund um Weihnachten und danach - eine Zeit, in der viele Hebammen selbst auf Urlaub seien und keine Geburten übernehmen. Überfüllte Spitäler und damit eine schlechte Betreuung seien die Konsequenz für die werdenden Eltern.

    Die derzeit 18 Kassen-Hebammen werden 2017 aufgestockt: 5 zusätzliche Hebammen mit Kassenvertrag wurden Ende Mai von der WGKK beschlossen und in den nächsten umgesetzt. 7

    Satire

    • "Und kotzt der Vater beim Dammschnitt in den Beatmungsapparat, dann hat die Hebamme ein Lächeln und ein Taschentuch parat!" - in ihrem "Hebammenlied" besingen Christoph und Lollo liebevoll den Berufsstand der Geburtshelferin - ein Hit, der in keinem Kreißsaal fehlen sollte!8

    Quellen

    1. 5. Mai – internationaler Hebammentag (lknoe.at)
    2. 5. Mai, Internationaler Hebammentag: Hebammen sind mehr als die Fachfrauen für die Geburt (ots.at)
    3. Patientenanwältin warnt vor Hebammen-Mangel (heute.at)
    4. Versorgung nach der Geburt: Viel zu wenige Kassen-Hebammen (kurier.at)
    5. Hebammenmangel in Vorarlberg wird akut (vol.at)
    6. Facebook: Hebamme fordert österlichen Fortpflanzungsstopp (futurezone.at)
    7. Kassenhebammen werden aufgestockt (wien.orf.at)
    8. Hebammenlied - Christoph & Lollo (live) (youtube.com)