Welt-Down-Syndrom-Tag

    Statistiken besagen, dass in 90 Prozent der Fälle abgetrieben wird, wenn Eltern in der Schwangerschaft erfahren, dass ihr Kind vom Down-Syndrom betroffen ist. Tatsächliche Zahlen gibt es leider keine.1 Menschen mit Behinderung sind in unserer Gesellschaft noch immer nicht angekommen.2 Um auf die Besonderheit und Vielfalt des Lebens hinzuweisen, wurde der Welt-Down-Syndrom-Tag ins Leben gerufen.

    Geschichte

    Erstmals wurde am 21.3.2006 in Genf der Welt-Down-Syndrom-Tag gefeiert. Seitdem weisen Vereine, Institutionen und Eltern weltweit auf die besondere Lebensweise von Menschen mit Down-Syndrom hin. Der 21. März ist nicht zufällig gewählt: Da Menschen mit Down-Syndrom das 21. Chromosom 3-fach haben, entwickelte sich daraus der 21.3.3 Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen, Menschen ohne Down-Syndrom 46.

    2012 wurde der Welt-Down-Syndrom-Tag von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt.

    Der Welt-Down-Syndrom-Tag wurde ins Leben gerufen,

    • "um einen Moment der Solidarität zu leben
    • um sich Zeit zum Kennenlernen zu nehmen
    • um zu verstehen und Ängste abzubauen
    • um dem Anderssein Aufmerksamkeit zu schenken
    • um sich einen Moment des Nachdenkens über die eigene Rolle und die der Gesellschaft zu gönnen, sich Zeit zum gemeinsamen Handeln zu nehmen" 4

    Brauchtum

    Seit 2010 werden am Welt-Down-Syndrom-Tag die "World Down Syndrome Awards" vergeben, die jene Menschen und Vereine auszeichnen, die besonderes ehrenamtliches, berufliches oder wissenschaftliches Engagement in diesem Bereich zeigen. Auch Menschen mit Down-Syndrom zählen zu den Preisträgern, wie etwa der Schauspieler Pablo Pineda, der als erster Europäer mit Down-Syndrom die Universität abschloss.5

    Aktuelle Termine zu Veranstaltungen am 21.3. sind auf der Website des gemeinnützigen Vereins "Down-Syndrom Österreich" (kurz DSÖ) zu finden.3

    Aktuelles

    Zahlreiche Veranstaltungen finden am 21.3. in ganz Österreich verteilt statt.

    In Vorarlberg fand 2017 z. B. ein großer Flashmob statt6 und in Wien demonstrierte die "Jugend für das Leben" gegen die gesetzlich verankerte Diskriminierung von Menschen mit Down-Syndrom, in dem sie sich für die Abschaffung der eugenischen Indikation einsetzten.7

    Dompfarrer Toni Faber feierte am 19. März 2017 um 18 Uhr eine Heilige Messe im Stephansdom unter dem Motto "Wir haben die Gabe Gottes, auf andere zuzugehen. Kommt mit!"8

    Der UN-Menschenrechtsrat in Genf hielt zum Down-Syndrom-Tag 2017 Veranstaltungen ab und stellte den neu entwickelten non-invasiven prenatalen Bluttest (NIPT) zur Diskussion, der eine Trisomie 21 mit 99%-iger Sicherheit feststellen kann und damit das Todesurteil eines Neugeborenes ist. Zahlen aus Island zeigen, dass 100 Prozent der Diagnostizierten abgetrieben haben.9

    Im Rahmen eines Politbrunches thematisierte das Institut für Ehe und Familie mit Vertretern aus Politik und Medien am 17. März 2017 den Umgang mit dem Down-Syndrom.10

    Weiterführende Links

    Quellen

    1. Ein Kind mit Downsyndrom: "Schaffen wir das?" (kleinezeitung.at)
    2. Jarmer zu Welt-Down-Syndrom-Tag – Inklusion endlich verwirklichen (behindertenarbeit.at)
    3. Down-Syndrom Verein Österreich (down-syndrom.at)
    4. 3.21 - Welt Down-Syndrom Tag (tri21.ch)
    5. WDSD Awards (worlddownsyndromeday.org)
    6. Am Welt-Down-Syndrom-Tag legte Vorarlberg eine flotte Sohle auf den Asphalt (vn.at)
    7. Aktionsdemo vor Parlament gegen eugenische Indikation (jugendfuerdasleben.at)
    8. Zum Welt-Down-Syndrom-Tag: Heilige Messe im Stephansdom (erzdioezese-wien.at)
    9. UN-Menschenrechtsrat hält Veranstaltung zum Downsyndrom-Tag ab (katholisch.at)
    10. IEF-Politbrunch zum Welt-Down-Syndrom Tag (ief.at)