Aschermittwoch

    Der Aschermittwoch stellt in der Westkirche den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit dar, die an jene Zeit erinnern soll, die Jesus betend in der Wüste verbrachte. Und zugleich endet die Faschingszeit. Die Menschen sollen wieder daran erinnert werden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich in Verzicht zu üben, wie z. B. auf bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, aber auch auf Luxus wie Rauchen oder viel telefonieren.

    Der Name kommt von dem Brauch, die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres im Zuge des Gottesdienstes am Aschermittwoch zu segnen. Mit dieser gesegneten Asche werden die Gläubigen mit einem Kreuz aus Asche bezeichnet, eine Art symbolische Reinigung.

    Für den Aschermittwoch gibt es kein genaues Datum, der Termin wird anhand des Osterfestes errechnet und ist immer der 46. Tag vor dem Ostersonntag (die Sonntage werden nicht mitgezählt).

    Geschichte

    Dass Gläubige mit der gesegneten Asche an der Stirn bestreut werden, steht bereits im Alten Testament geschrieben (Jona 3,6). Im Christentum mussten Menschen ein Bußgewand anziehen und wurden mit Asche bestreut, wenn ihnen eine Kirchenbuße auferlegt wurde. Dieser Brauch setzte sich schließlich bei allen Gläubigen durch und so fand das erste Gebet zur Aschensegnung im 11. Jahrhundert statt. Im 12. Jahrhundert wurde es um die Vorschrift ergänzt, die Palmzweige des Vorjahres zu verwenden. Papst Urban II. empfahl 1091, diesen Brauch für die ganze Kirche zu übernehmen.1

    Längst blieb der Aschermittwoch kein kirchlicher Festtag, sondern wurde auch von der Politik unter dem Namen „Politischer Aschermittwoch“ adaptiert. Dabei veranstalten die größeren Parteien lokale und regionale Versammlungen. Ursprünglich stammt dieser Brauch aus Bayern, doch in den letzten Jahren etablierte sich dieser auch in Österreich. Bisher nehmen Salzburg, Steiermark und auch Kärnten2 am politischen Aschermittwoch des Wirtschaftsbund Österreich teil.3 Dabei stehen politische Ziele und auch Wahlkampfanliegen im Mittelpunkt der Veranstaltungen und Reden.

    Brauchtum

    In seiner ursprünglichen Form, wurde den Männern das Haupt und den Frauen die Stirn mit Asche bestreut. Heute findet keine Unterscheidung mehr statt und es ist verbreiteter, ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen und damit die Vergänglichkeit bewusst zu machen. Immer noch wird das Aschenkreuz in der Heiligen Messe am Aschermittwoch gespendet und der Priester spricht dabei: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Auch eine Spende und Segnung außerhalb des Gottesdienstes ist möglich, jedoch in den meisten Pfarren unüblich. Die Heilige Messe am Aschermittwoch wird groß zelebriert und steht ganz im Zeichen der liturgischen Farbe Violett.

    Mit Beginn der Fastenzeit werden die Menschen dazu aufgerufen, sich in Verzicht zu üben und ihren Lebensstil zu mäßigen. Da früher der Konsum von rohem Fleisch als Verzichtsritual bekannt war, entwickelte sich aus diesem heraus die Tradition des Heringsschmauses , der traditionell am Aschermittwoch gegessen wird. Dabei galt der Heringsschmaus früher als „Arme-Leute-Essen“, da der saure Fisch sehr günstig war und den Körper nach dem Alkoholgenuss der Faschingszeit gut entschlackte4. Dabei handelt es sich um einen österreichweiten Brauch, eine Unterscheidung findet sich nur in der Zubereitung des Heringsschmauses. Das gegenwärtig praktizierte Heringsessen als opulentes Mahl verträgt sich genau genommen aber eher weniger mit dem christlichen Gedanken der Fastenzeit. 5
    Neben Heringen werden in Österreich auch gerne Brezen als fleischlose Alternative zum Aschermittwoch verzehrt.6

    Dass Fisch gegessen wird, ist nicht nur eine Möglichkeit den Fleischkonsum einzuschränken, sondern bereits seit Langem ein christliches Symbol, das an Christus erinnert. So wurde der Fisch schnell zu einem Geheimcode der Christen: Als Erkennungsmerkmal zeichneten die Christen früher mit ihren Fußspitzen Fische in den Boden, heute hingegen bekennt man sich als Christ, indem man beispielsweise sein Auto mit Fisch-Aufklebern verziert.7

    Ein Brauch, der bereits 1000 Jahre alt ist, ist das Verhüllen des Altarbildes mit einem Fastentuch, das mit seinen Bildern auf das Osterfest einstimmen soll. Das größte und älteste Fastentuch aus dem Jahr 1458 findet man im Dom zu Gurk.

    Eine besondere Aktion, die am Aschermittwoch beginnt und bis zum Ende der Fastenzeit andauert, ist die SMS-Aktion mit Papstgedanken. Täglich erhalten interessierte Gläubige, die sich per SMS für die Aktion anmelden, einen Spruch oder ein Zitat des Papstes Benedikt XVI, die aus Reden des vergangenen Jahres entnommen werden. Die SMS können mit allen Handys der österreichischen Mobilfunkbetreiber kostenlos abonniert werden.8

    Sehr beliebt und gerne besucht werden am Aschermittwoch die Veranstaltungen rund um den Aschermittwoch im Kabarett9. Der Reinerlös des Abends kommt meist karitativen Einrichtungen zugute.

    Nächste Termine

    Siehe: Termine Fasching

    Weiterführende Links:

    Quellen

    1. Geschichte des Aschermittwoch (kirchenweb.at)
    2. Politischer Aschermittwoch in Kärnten (kaernten.orf.at)
    3. Politischer Aschermittwoch (wirtschaftsbund.st)
    4. Entschlackung am Aschermittwoch (magazin.salzburgerland.com)
    5. Opulenter Heringsschmaus verträgt sich mit der Kirche nicht (diepresse.com)
    6. Brauchtum Aschermittwoch (brauchtumskalender.ooe-volkskultur.at/)
    7. Fisch als Symbol der Christen (religionv1.orf.at)
    8. SMS-Aktion (www.katholisch.at)
    9. Parole! Ein politischer Aschermittwoch im Kabarett (diezeitschrift.at)