Karfreitag

    Wann?

    Beweglicher Feiertag

    Wo?

    Gesamt Österreich

    Für wen?

    Ab 2019: betrifft alle (neu: "persönlicher Feiertag", siehe unten)
    Bis 2019: Angehörige der Evangelischen Kirche H. B. und A. B., der Altkatholischen Kirche sowie der Methodistenkirche.

    Der Karfreitag ist im Christentum der erste Tag des sogenannten "Triduum Sacrum", der Dreitagefeier zu Ostern. Das Osterfest ist in den christlichen Kirchen der Höhepunkt des Kirchenjahres. Am Karfreitag wird von Christen der Kreuzigung Jesu Christi gedacht. Die Bezeichnung des Feiertags leitet sich ab vom althochdeutschen Begriff "kara", der so viel bedeutet wie "Trauer" oder "Klage". Das Datum des Tages kann zwischen dem 20. März und dem 23. April eines jeweiligen Jahres liegen.

    Geschichte

    Bis zum 4. Jahrhundert wurden während der Osternacht (in der Nacht zum Ostersonntag) in der Regel sowohl dem Abendmahl als auch der Kreuzigung und der Auferstehung Jesu Christi mit kirchlichen Feierlichkeiten gedacht. Zu belegen sind Feierlichkeiten anlässlich des Karfreitags seit ca. dem 2. Jahrhundert; vermutet wird allerdings, dass bereits kurze Zeit nach der Kreuzigung Jesu Christi dieser Tag als Trauertag begangen wurde.

    Durch die protestantische Kirche wurde der Feiertag zunächst nur teilweise anerkannt; an Bedeutung gewann der Karfreitag erst seit ca. dem 17. Jahrhundert.

    Brauchtum

    Das Brauchtum und die Feierlichkeiten anlässlich des Karfreitags unterscheiden sich nach christlicher Konfession und auch nach Region.

    So gilt im Glauben des katholischen Christentums der Karfreitag als Tag, an dem strenges Fasten stattfindet; auf den Verzehr von Fleisch wird an diesem Tag verzichtet. Auch ist es in vielen katholischen Kirchen üblich, dass Orgel und Kirchenglocken am Karfreitag nicht erklingen; nach einer volkstümlichen Überlieferung fliegen die Kirchenglocken während dieser Zeit nach Rom, um dort ihre Weihung entgegenzunehmen.

    In verschiedenen katholischen Landstrichen ist es stattdessen üblich, mit sogenannten Ratschen (ein hölzernes Effektinstrument) zum Gottesdienst an Karfreitag zu rufen. Auch erlischt in vielen katholischen Kirchen für zwei Tage das Ewige Licht. Gottesdienste beginnen in katholischen Kirchen häufig um 15.00 Uhr, da diese Uhrzeit als Todeszeit Jesu Christi überliefert ist. Die liturgische Farbe Rot steht sinnbildlich für das von Jesus Christus vergossene Blut.

    Auch in evangelischen Kirchen wird vielerorts die Tradition gepflegt, die Kirchenglocken an diesem Tag nicht läuten zu lassen. Häufig wird in evangelischen Kirchen (so wie auch in katholischen Kirchen) zum Großteil auf Altarschmuck wie Kerzen oder Blumen verzichtet. Nach protestantischer Tradition ist die liturgische Farbe des Tages Schwarz oder Violett.

    In Österreich, der Schweiz, Deutschland und Frankreich gibt es vielerorts das Brauchtum des Karfreitagseis; das Karfreitagsei ist ein Hühnerei, das am Gründonnerstag oder am Karfreitag gelegt wurde. Ein solches Ei soll über magische Kräfte verfügen und beispielsweise das Eigentum eines Besitzers schützen können; Karfreitagseier, die auf Äckern abgelegt werden, sollen dem Brauchtum nach zu einer reichen Ernte beitragen. Tiere, die mit einem solchen Ei gefüttert werden, sollen geschützt sein vor Erkrankungen. Das Karfreitagsei wird in vielen Gegenden des Vorarlbergs auch als Antlassei bezeichnet; Antlasseier gelten unter anderem als Glücksbringer.

    Typische Gerichte

    Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Fisches und geht auf einen alten christlichen Brauch zurück, am Tag der Kreuzigung Jesu auf teures Essen zu verzichten. Früher war Fisch weitaus günstiger als Fleisch und daher die ideale Wahl für den Karfreitag. In der katholischen Kirche gilt der Karfreitag bis heute als strenger Fast- und Abstinzenztag.

    Weit verbreitet im österreichischen Raum an strengen Fasttagen ist auch die Stosuppe (auch "Stohsuppe", "Stoßsuppe", "Stosssuppe"), aber auch Mehlspeisen wie Germknödel landen gerne am Teller.

    Rezepte:

    Aktuelles

    • Im Juni 2021 meinte Schützenhöfer, dass mit der Abschaffung des Karfreitags als Feiertag Menschen der evangelischen Kirche und der altkatholischen Unrecht getan wurde.1
    • 2021 dürfen trotz Oster-Lockdown in Wien, Niederösterreich und im Burgenland öffentliche Gottesdienste stattfinden - sie sollen jedoch kürzer gehalten werden und nach Möglichkeit im Freien stattfinden. Der Mindestabstand von 2 Metern und das Tragen einer FFP2 -Maske ist einzuhalten.2
    • 2020 wird in der katholischen und evangelischen Kirche Ostern gefeiert - allerdings finden die Gottesdienste aufgrund der Corona-Pandemie ohne Gläubige in den Kirchen statt. Dafür werden die Messen mit Kardinal Schönborn live im ORF übertragen und online gestreamt. Hunderte Gläubige sind dem Aufruf der Erzdiözese gefolgt, Fotos von sich einzuschicken. Diese werden nun in den Sitzreihen des Stephansdoms angebracht. 3,4
    • Am 26.2.2019 wurde die Regelung überarbeitet: Wer am Karfreitag freihaben will, muss sich Urlaub nehmen. Die Regierung nennt es einen "persönlichen Feiertag".5
    • Hunderte protestierten am Karfreitag gegen die neue Regelung.6

    Gesetzliche Regelung

    • Ab 2019: Wer am Karfreitag freihaben will, kann sich im Rahmen des sog. "persönlichen Feiertags" Urlaub nehmen.1
    • Bis 2019: Karfreitag ist ein Feiertag für Angehörige der Evangelischen Kirche H. B. und A. B., der Altkatholischen Kirche sowie der Methodistenkirche und für diese ein arbeitsfreier Tag.

    Siehe: Arbeit an Feiertagen (WKO.at)

    Nächste Termine

    Quellen

    1. Schützenhöfer will Karfreitag wieder auf Tagesordnung setzen (puls24.at)
    2. Kein "Oster-Lockdown" in der Kirche (kurier.at)
    3. CoV: Do-it-Yourself Ostergottesdienst (wien.orf.at)
    4. Im Stephansdom zu Ostern dabei! Zumindest Dein Foto (netzwerk-gottesdienst.at)
    5. Wer am Karfreitag freihaben will, muss sich Urlaub nehmen (wko.at, 05.03.2019)
    6. Hunderte protestieren am Karfreitag (wien.orf.at)