Heilige Drei Könige
Wann?
6. Jänner
Wo?
Gesamt Österreich
Für wen?
Alle
Jedes Jahr wird in Österreich, Deutschland, der Schweiz und vielen weiteren europäischen Ländern am 6. Jänner der Feiertag "Heilige Drei Könige" gefeiert. In Österreich ist der 6. Jänner ein offizieller Feiertag.
Geschichte
Die Spuren des Dreikönigsfests (auch Epiphaniefest bzw. Erscheinung des Herrn) reichen bis ins 3. Jahrhundert zurück. Damals soll in Ägypten am 6. Jänner die Geburt Jesu gefeiert worden sein. Heute ist das Epiphaniefest ein Hochfest in der katholischen Kirche, bei dem das Erscheinen Gottes in Jesus Christus im Mittelpunkt steht.1
Die namensgebenden drei Könige haben ihren Ursprung im Matthäus-Evangelium, wo von Personen erzählt wird, die nach Bethlehem kamen, um das neugeborene Jesuskind zu sehen. Als Geschenke brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Dass es damals jedoch wirklich genau drei Könige oder Weise waren, die den Stall betraten, ist nicht gänzlich gesichert. In frühchristlichen Kunstwerken rund um die Erzählung sind zwischen zwei und zwölf Personen zu sehen. Im 5. Jahrhundert verkündete Papst Leo der Große jedoch, dass die drei Gaben Gold, Myrrhe und Weihrauch darauf hinweisen würden, dass diese von drei Personen überbracht worden seien. Damit war die Zahl festgelegt, die seitdem als gegeben hingenommen wird. Ihre Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – erhielten die drei Könige übrigens erst relativ spät, nämlich im 9. Jahrhundert.1
Brauchtum
Wie am Heiligen Abend oder zu Silvester werden auch am Dreikönigstag seit hunderten von Jahren die Wohn- und Arbeitsräume mit Weihrauch gesegnet (Weihrauchsegen).
Rund um den 6. Jänner ziehen die Sternsinger in Königsgewändern und mit einem Stern von Haus zu Haus, singen ein Lied oder sagen einen Spruch auf und bitten um eine milde Gabe. Das gesammelte Geld wird üblicherweise für Kinderprojekte in ärmeren Ländern Afrikas, Lateinamerikas oder Asiens gespendet, so z. B. von der Dreikönigsaktion (DKA)2. In Österreich steht die Sammelaktion der Sternsinger jedes Jahr unter einem anderen Motto.
Traditionell wird der Haussegen "C+M+B" (abgeleitet von "Christus Mansionem Benedictat", dt. "Christus segne dieses Haus") mit Kreide auf die Tür geschrieben und von der aktuellen Jahreszahl umrahmt.1
In einigen Regionen Unterkärntens zieht am Vorabend der Heiligen Drei Könige die "Pechtra Baba" herum, was übersetzt so viel heißt wie "perchtige Frau". Dieser Brauch geht auf eine Sage zurück, in der von einem Schreckgespenst namens "Perchtra" erzählt wird.3,4 Die Pechtra Baba trägt ein langes, schwarzes Kleid und verhüllt ihr Gesicht mit einem schwarzen Stoff. Oft trägt sie auch einen schwarzen Hut. So wandert die Pechtra Baba von Haus zu Haus und schüttet z. B. Süßigkeiten, Apfelspalten oder Nüsse auf den Boden. Dabei spricht sie kein Wort, sondern fuchtelt wild mit ihrer Heu- oder Ofengabel herum. Begleitet wird die böse schwarze Pechtra Baba häufig von zwei in weiß gekleideten Frauen und einer bunt gekleideten, die für das Gute und Lustige stehen. Bei diesem alten Brauch geht es darum, das Böse für das kommende Jahr aus dem Haus zu verbannen. Dazu malt die weiße Pechtra Baba einen Kreis auf den Boden, in den dann die schwarze Pechtra Baba getrieben wird.4
Typische Gerichte
In vielen Ländern wird am Feiertag der Heiligen Drei Könige ein Dreikönigskuchen gebacken, auch in kleinen Teilen Österreichs. Der Dreikönigskuchen ist ein süßes Gebäck aus Hefe, das in sechseckiger Form um ein zentrales Gebäckstück geformt wird, wobei das Mittelstück am größten ist. Mit gutem Beispiel voran ging Mexiko-Stadt, wo 2013 ein ca. 1,9 km langer Dreikönigskuchen verspeist wurde.5 Die Rezepturen sind regional verschieden, zumeist wird jedoch eine Bohne oder ein anderer kleiner Gegenstand im Kuchen versteckt. Wer beim Essen darauf stößt, ist der*die Bohnenkönig*in und darf entscheiden, was den restlichen Tag geschieht.
Der Brauch wurde erst 1952 wiederbelebt, die ältesten Quellen reichen aber schon bis in die Antike zurück, wo die versteckte Bohne die wichtigste Rolle spielt. Bis heute wird dieser Brauch weitergelebt, wobei die Bohne häufig durch eine Münze oder eine Figur ersetzt wird.
Rezepte:
- Dreikönigskuchen (oetker.at)
Aktuelles
- 2026 sammeln die Sternsinger*innen, die rund um den Dreikönigstag von Haus zu Haus ziehen, Spenden für Kinder und Frauen in Tansania. Das gesammelte Geld soll vor allem Projekten zugutekommen, die die Nahrungssicherung, die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und die Stärkung von Frauen- und Kinderrechten unterstützen. Zu diesem Zwecke werden in Österreich 2026 rund 85.000 Sternsinger*innen unterwegs sein.6
- In Spital am Phyrn wird am Dreikönigstag 2026 in der Stiftskirche ein Hochamt gefeiert. Dieses beginnt um 9:30 Uhr und wird vom örtlichen Kirchenchor musikalisch mitgestaltet.7
Gesetzliche Regelung
Der 6. Jänner (Heilige Drei Könige) ist ein Feiertag im Sinne des Bundesgesetzes und somit ein arbeitsfreier Tag für gesamt Österreich.
Siehe: § 7 Arbeitsruhegesetz
Heilige Drei Könige in anderen Ländern
Quellen
- Fragen und Antworten zum Dreikönigstag am 6. Jänner (katholisch.at)
- So hilft Sternsingen: Partnerprojekte der Dreikönigsaktion (ots.at)
- Die Perchtel (sagen.at)
- Der unheimliche Kärntner Brauch der Pechtra Baba (vice.com)
- Zehntausende Mexikaner verspeisten Dreikönigskuchen (kurier.at)
- Sammlung: Sternsingen 2026 unterstützt Projekte in Tansania (religion.orf.at)
- Spital am Pyhrn – Veranstaltungen (spital-pyhrn.at)