Coronavirus und Schulferien

Um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, müssen Sozialkontakte reduziert werden. Eine der Maßnahmen ist, den regulären Schulbetrieb einzustellen, d. h. die Schulen werden nicht richtig geschlossen, aber die bundesweit 1,1 Millionen SchülerInnen sind aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Aktuelles

  • Ber der Pressekonferenz am 24. April 2020 stellte Bildungsminister Heinz Faßmann den Schulfahrplan vor: Ab dem 4. Mai öffnet die Schule für Maturaklassen, Abschlussklassen von BMS und BMHS und Lehr-Abschlussklassen in den Berufsschulen. Die 2. Etappe ab dem 18. Mai betrifft alle Klassen der Primar- und Sekundarstufen I, Sonderschulen und Deutschförderklassen, die 3. Etappe sieht den Beginn für alle weiteren Klassen der Sekundarstufe II und polytechnische Schulen vor. Das Prinzip der Verdünnung basiert auf einem Schichtsystem, damit die Anzahl der anwesenden SchülerInnen im Unterricht reduziert wird.1
  • Am 21. April 2020 kündigte Bundeskanzler Kurz die schrittweise Schulöffnung ab dem 15. Mai an.2
  • Am 8. April 2020 wurde der genaue Fahrplan für die "verschlankte Matura" von Bildungsminister Heinz Faßmann präsentiert. Auch die Abschlussjahrgänge der BMHS sowie für Lehrlinge wurden präsentiert.3 Eine Verschiebung der Sommerferien 2020 wird vorerst nicht angedacht.4
  • Am 31. März 2020 sagte Bildungsminister Heinz Faßmann in einer Pressekonferenz, dass es noch keinen Termin für das Ende des Notbetriebs an den Schulen gibt. Realistisch gesehen wird im April noch kein Unterricht an den Schulen stattfinden. Auch die Entscheidung für den Maturatermin soll es erst nach Ostern geben.5,6

Ab dem 16. März 2020 ist der Unterricht an Österreichs Schulen zumindest bis zum Beginn der Osterferien ausgesetzt. Auch sämtliche Schulveranstaltungen sowie schulbezogene Veranstaltungen sind bis einschließlich 3. April 2020 untersagt.5

Verlängern sich dadurch die Ferien?

Nein, der eingestellte Schulbetrieb wirkt sich nicht auf die Feriendauer aus. Nicht zu verwechseln ist die Situation mit dem Entfall der Schulpflicht: Die Schulpflicht setzt nicht aus, sondern findet in der Überbrückungsphase in abgeschwächter Form statt.7

Wer hat Anspruch auf Betreuung in den Schulen?

Die Schulen stehen jenen SchülerInnen der Volksschule und Unterstufe (AHS, NMS und Sonderschule) offen, die nicht zu Hause betreut werden können, weil die Eltern außer Haus erwerbstätig sind. Ziel ist es, dass die Kinder nicht bei den Großeltern untergebracht werden, denn genau diese Personen sollen mit der Maßnahme geschützt werden. SchülerInnen der Oberstufe werden auf E-Learning umgestellt und sollen ebenso zu Hause bleiben. Hier entfällt der Anspruch auf Betreuung in der Schule.7

Die Betreuung richtet sich nach dem vorhandenen Stundenplan der Kinder und die Ganztagsbetreuung bleibt für Kinder, die in einer GTS angemeldet sind, aufrecht. Es findet kein Unterricht statt und auch Schularbeiten, Tests und Prüfungen entfallen.7,8

Aus den Osterferien werden dadurch quasi "Coronaferien". Schulautonome Tage bleiben unverändert aufrecht.7

Für Fragen steht unter der Nummer 01/52525-77048 eine pädagogische Hotline zur Verfügung.

Unterstützungsmaßnahmen für Eltern

Mit der Schließung der Schulen stehen Eltern vor der Herausforderung, wie sie Arbeit und Kinder vereinbaren können. Denn die Maßnahme bedeutet, dass drei Wochen zusätzliche Kinderbetreuung organisiert werden müssen.

Zunächst besteht die Möglichkeit zu Homeoffice: Diese darf rechtlich gesehen nicht einseitig vom Arbeitgeber verordnet werden, außer es gibt eine diesbezügliche Vereinbarung im Arbeitsvertrag.9
Neben der Möglichkeit zu Homeoffice, die jedoch abhängig von der Tätigkeit ist und nicht in jedem Betrieb umgesetzt werden kann, gibt es noch eine weitere Variante für Eltern:

Kanzler Kurz führt einen Sonderurlaub für Eltern mit Betreuungspflichten ein, der es dem Arbeitgeber ermöglicht, ein Drittel der Lohnkosten vom Staat ersetzt zu bekommen. Allerdings muss der Arbeitgeber dem Sonderurlaub zustimmen.8 ArbeitnehmerInnen mit Kindern unter 14 Jahren können bis zu drei Wochen eine bezahlte Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen. Da aus rechtlicher Sicht kein Dienstverhinderungsgrund vorliegt (Kindergärten und Schulen bieten Betreuung an), braucht diese Maßnahme die Zustimmung des Arbeitgebers. Das Entgelt wird weiterhin voll bezogen.10

Natürlich sind auch individuelle Absprachen mit dem Arbeitgeber möglich, um diese zusätzlichen Betreuungswochen abzudecken.11

Telefon-Hotlines

  • Allgemeine Infos: Hotline 080 555 621 (rund um die Uhr)
  • Bei Verdacht auf Erkrankung: 1450 (rund um die Uhr)
  • AK-Hotline für arbeitsrechtliche Fragen: 050 258 2000

Weitere Infos siehe sozialministerium.at.

Quellen

  1. Schulen öffnen im „Schichtbetrieb“ (orf.at)
  2. Schrittweise Schulöffnung sei im Interesse von Kindern, Eltern und Großeltern (derstandard.at)
  3. So sieht der genaue Fahrplan für die "verschlankte Matura" 2020 aus (derstandard.at)
  4. Coronavirus : Faßmann denkt vorerst nicht an Verschiebung der Ferien (kurier.at)
  5. Entscheidung über Maturatermin nach Ostern (derstandard.at)
  6. Faßmann verspricht Schülern „Abschluss“ (orf.at)
  7. Corona FAQ (bmbwf.gv.at)
  8. Die Regeln für den Schulbetrieb seit Montag (orf.at)
  9. Home Office wegen Corona-Virus - das ist zu beachten (ooe.arbeiterkammer.at)
  10. Sonderurlaub für Eltern (derstandard.at)
  11. Job und Corona (jobundcorona.at)