Geschichte
Pfingsten ist ein christliches Fest, das am fünfzigsten Tag nach Ostern begangen wird. Im kirchlichen Sinne ist es auch der Geburtstag der Kirche. Zugleich wird an Pfingsten das Ende der Osterzeit eingeläutet. Pfingsten bezieht sich auf das griechische Wort „pentekoste“, was übersetzt der „fünfzigste Tag“ bedeutet.
Nach der christlichen Lehre kam an jenem Tag der Heilige Geist über Jesus' Jünger, die nach dessen Kreuzigung und Auferstehung orientierungslos waren. Der Heilige Geist sprach ihnen Mut zu und ermunterte sie, die Lehre Christi zu verbreiten. Noch vorhandene Quellen besagen, dass 130 Jahre nach Christus zum ersten Mal Pfingsten gefeiert wurde. Der Heilige Geist nimmt im Christentum eine herausragende Stellung ein. Es wird von der Heiligen Dreifaltigkeit gesprochen, aus der Gottes Gestalt besteht. Gemeint sind damit Gottvater, der Sohn und der Heilige Geist (Trinitas Dei). Pfingsten endet mit dem Pfingstmontag. Sowohl am Sonntag als auch am Pfingstmontag werden Gottesdienste abgehalten, mancherorts auch in der freien Natur.
Brauchtum
Pfingsten und der Pfingstmontag werden nicht nur aus religiösen Gründen gefeiert. Viele Bräuche sind verbunden mit Fruchtbarkeitsritualen und beziehen sich auf die Natur, die zu neuem Leben erwacht. Bräuche, die speziell am Pfingstmontag stattfinden, sind nicht bekannt.
Vereinzelt wird zu Pfingsten eine Pfingstkirmes gefeiert, die meistens bis zum Pfingstmontag dauert. In der südlichen Steiermark ist an Pfingsten bis zum Pfingstmontag der Lotter bekannt. Dabei handelt es sich um eine Puppe, die aus Stroh, Holz und Lumpen gefertigt wird. Die jungen Männer des Ortes legen den Pfingstlotter möglichst unbemerkt ins Bett einer jungen Damen, die damit animiert werden soll, bald zu heiraten. Aufgeweckte junge Frauen drehen manchmal den Spieß um und tragen das Bett eines abwesenden Burschen auf die Straße.
Von den kirchlichen Riten sind das Pfingstfeuer, die Flurumritte am Pfingstmontag und der Wettersegen geblieben. Im Mittelalter war es Brauch, eine hölzerne Taube durch eine Öffnung im Kirchendach zu stecken und zu schwenken. Während der Gottesdienste am Sonntag und am Pfingstmontag durften Tauben frei in der Kirche fliegen.
Ein Brauch der etwas anderen Art ist das sogenannte Pfingststehlen, das in der Bosheits- beziehungsweise Unfugnacht stattfindet. Junge Leute stehlen in der Nacht zum Sonntag bewegliche Gegenstände aus den Vorgärten. Am Sonntag werden diese auf dem Markplatz ausgestellt und können von den Eigentümern zurückgeholt werden. Allerdings funktioniert der Brauch nur noch in Dörfern, wo wirklich jeder jeden kennt. Ansonsten kann es passieren, dass spätestens nach dem Pfingstmontag den Pfingststehlern eine Anzeige droht.
Gesetzliche Regelung
Der Pfingstmontag ist ein Feiertag im Sinne des Bundesgesetzes und somit ein arbeitsfreier Tag für gesamt Österreich.
Siehe: § 7 Arbeitsruhegesetz