Fronleichnam, auch Kranzltag, Blutstag oder Sakramentstag genannt, ist in Österreich nicht nur ein Hochfest des katholischen Kirchenjahrs, sondern auch ein gesetzlicher Feiertag. Dieser wird immer am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest begangen, wodurch er zwischen dem 21. Mai und dem 24. Juni stattfinden kann. Sprachlich orientiert sich der Feiertag Fronleichnam am lateinischen „corpus christi“, und wurde in der mittelhochdeutschen Sprache mit vrôn (des Herrn) lîcham (Leib) übersetzt. Hieraus lässt sich bereits ableiten, was zu Fronleichnam gefeiert wird: die leibliche Gegenwart Jesu Christi durch das Sakrament der Eucharistie nach dem Vorbild des letzten Abendmahls.

Geschichte

Fronleichnam wurde bereits 1264 durch Papst Urban IV. in den Status eines Feiertags der Gesamtkirche erhoben. Dem ging jedoch eine Vision der Juliana von Lüttich voraus, der Jesus Christus im Traum erschienen war und einen fehlenden christlich-katholischen Feiertag anmahnte. In den folgenden Jahren sollten sich die charakteristischen Eigenschaften des Feiertags im mittelalterlichen Österreich prägen: Thomas von Aquin verfasste ein Proprium für Messe und Stundengebet, und die ersten Fronleichnamsprozessionen fanden bereits etwa 10 Jahre nach der Ernennung des Feiertags zu einem gesamtkirchlichen Feiertag statt. Dabei war es in Österreich üblich, entlang der für die Prozession vorgesehenen Wege nur als hochwertig angesehenes Getreide wie Weizen und Roggen zu säen und so die tief empfundene Ehrfurcht vor Jesus Christus auszudrücken.

Da Fronleichnam bereits durch Papst Urban IV. als Zeichen des Sieges über die Ketzer gewertet wurde, die anders als die Menschen katholischen Glaubens die Transsubstantiation ablehnten, wurde er auch in der Folgezeit als ein Mittel der Machtdemonstration genutzt. Im 16. Jahrhundert wurde der katholische Feiertag zum wesentlichen Mittel gegen reformatorische Ideen. Im 18. Und 19. Jahrhundert regierte in Österreich die Aufklärung, sodass nach und nach die bis dahin üblichen Fronleichnamsprozessionen verschwanden. Im 20. Jahrhundert wurde Fronleichnam abermals zu einem Politikum und galt als ein friedliches Mittel, dem diktatorischen Regime des Nationalsozialismus eine Glaubensdemonstration entgegenzusetzen.

Brauchtum

In Anlehnung an das bereits im Mittelalter übliche Ausschmücken der Prozessionswege wird auch heute noch zu Fronleichnam in Österreich die Prozessionsroute mit Birkenzweigen und Bildern aus einzelnen Blütenteilen ausgeschmückt. Ganze Blumenteppiche schmücken in dieser Zeit einige Straßen Österreichs. Mittelpunkt der Prozession ist die von einem Priester getragene Monstranz, die den Leib Christi symbolisiert. Von ihr aus werden zu Fronleichnam Segenssprüche in alle Himmelsrichtungen des Landes gesprochen und Fürbitten gehalten.. In einigen Regionen Österreichs findet die Fronleichnahmsprozession außerdem nicht zu Fuß, sondern zu Pferd statt, und wird dann Antlassritt genannt. Während im Nachbarland Deutschland zusätzlich auch Schiffsprozessionen durchgeführt werden, finden in Österreich zu Fronleichnam auch Seeprozessionen statt. Berühmt hierfür sind besonders das Salzkammergut mit den Städten Hallstatt und Traunkirchen, aber auch Aschach an der Donau. Die Prozession endet meist in der Pfarrkirche und wird durch das Tantum Ergo und das Te Deum beschlossen.

Den Fronleichnamsprozessionen geht die heilige Messe voraus, durch welche die Verknüpfung des Festes mit dem letzten Abendmahl und dem Sakrament der Eucharistie deutlich wird. Die während dieses Gottesdiensts vorgetragenen Texte beziehen sich deshalb auf diesen Aspekt des katholischen Glaubens. In vielen österreichischen Ortschaften findet die heilige Messe auch oft im Freien statt.

Gesetzliche Regelung

Fronleichnam ist ein Feiertag im Sinne des Bundesgesetzes und somit ein arbeitsfreier Tag für gesamt Österreich.

Siehe: § 7 Arbeitsruhegesetz

Nächste Termine Fronleichnam

  • 04.06.2015
  • 26.05.2016
  • 15.06.2017
  • 31.05.2018